Fachpraxis für Lymphdrainage und Massage - Marco Grunke
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Gesundheitsnews





Auf die Ursache kommt es an
Auf die Ursache kommt es an


Wärme oder Kälte bei Schmerzen?

Ob Bauchkrämpfe, Muskelzerrungen, Prellungen oder verstauchte Gelenke: Wärme oder Kälte lindert bei richtiger Anwendung den Schmerz. Doch wann greifen Sie besser zur Wärmflasche und wann zum Kühlpad?
Thermotherapie richtet sich nach der Schmerzursache

Die richtige Entscheidung erfordert etwas Hintergrundwissen über die Schmerzursache: Bei akuten Verletzungen, die mit Schwellung oder Blutergüssen einhergehen, lindert Kälte den Schmerz und minimiert die Schwellung. Wärme dagegen mildert Bauchkrämpfe und entspannt gezerrte oder verspannte Muskulatur. Doch was bewirken Kälte und Wärme im Körper und warum helfen diese Thermobehandlungen überhaupt?
So wirkt Kälte, so wirkt Wärme

Kälte verengt die Blutgefäße und reduziert die Durchblutung. Dieser Effekt wird genutzt, damit sich Schwellungen und Blutergüsse nicht ausbreiten. Außerdem dämpft Kälte praktisch alle örtlichen Entzündungsvorgänge. Für die lokale Kältebehandlung bei akuten Verletzungen eignen sich Kühlpads oder zerstoßene Eiswürfel in einer Plastiktüte. Wichtig ist, Erfrierungen der Haut zu vermeiden. Deshalb wickelt man das Kühlpad in ein Handtuch oder steckt es in einen Waschlappen, so dass es der Haut nicht direkt aufliegt.

Wärme dagegen weitet die Blutgefäße und steigert die Durchblutung. Folglich wird das Gewebe besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Überdies werden Stoffwechselprodukte schneller abtransportiert. Wärme lockert außerdem Muskelverspannungen, steife Gelenke und Bauchkrämpfe. Zuhause eignen sich Wärmflaschen, in der Mikrowelle gewärmte Kirschkernkissen oder eine Rotlichtlampe für die Wärmebehandlung. Manche Patienten profitieren auch von speziellen Wärmepflastern aus der Apotheke, die auf die schmerzende Stelle geklebt werden.
Die Faustregel

Bei der Entscheidung für Wärme oder Kälte hilft eine einfache Faustregel: kühlen bei akuten Verletzungen, wärmen bei verspannten Muskeln und steifen Gelenken sowie allen chronischen Leiden.

Quellen: TK-Die Techniker

25.04.2019 DGA | Quelle: apotheken.de / Rita Wenczel


Industrie 4.0: Symbiose als Ziel
Industrie 4.0: Symbiose als Ziel


Partizipation ist ein klassisches ergotherapeutisches Element und in der Industrie genauso wichtig wie anderswo. Wer – gerade im Zeitalter von Industrie 4.0 – von Anfang an in Planungs- und Transformationsprozesse, die den eigenen Arbeitsplatz betreffen, einbezogen ist, zeigt eine ungleich höhere Akzeptanz.

Die Themen ‚Digitalisierung‘ und ‚Industrie 4.0‘ sind in den meisten Unternehmen omnipräsent. Und in Fabriken unübersehbar: Neben Robotern hinter Schutzzäunen halten dort vermehrt auch mensch-kooperierende Roboter Einzug. „Diese Entwicklung verändert den Alltag und es ist wichtig, die in der Fabrik arbeitenden Menschen schon früh in den Transformationsprozess einzubinden“, sagt Ulrike Noormann, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.). Und erklärt, wie sie ihre Arbeit gestaltet, um Gesundheit, Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit am Arbeitsplatz in der Fabrikhalle zu unterstützen.

Die Gründe, weshalb Roboter nützlich sind, liegen auf der Hand: Sie sind Hilfsmittel, übernehmen in der Fabrikhalle Arbeiten, die für Menschen körperlich zu schwer und auf Dauer gesundheitsbelastend oder -schädigend sind wie Heben, Bewegen, Lackieren oder Arbeiten in gefährlicher Umgebung und Ähnliches. Trotz aller Entlastung machen sich die Arbeiter in den Fabriken Sorgen, denn Maschinen und Roboter können immer mehr, sind wirtschaftlicher als Menschen, werden nicht krank, arbeiten ohne Pause. Und sie sind inzwischen zunehmend miteinander vernetzt, was Arbeit rückverfolgbar und transparenter macht und – so die Hersteller – sie sind für die nahtlose Verbindung von digitaler und realer Welt und für eine intelligente Produktion notwendig. Die Ergotherapeutin Ulrike Noormann arbeitet in der Industrie. Innerhalb der Planung ist sie für betriebliche Gesundheitsförderung zuständig. Ihr Ziel im Digitalisierungsprozess: eine verträgliche Symbiose für alle in der Fabrik zu erreichen.

Einbeziehen: erhöht Akzeptanz bei Arbeitenden – auch für den Einsatz von Robotern Berufe und Tätigkeiten verändern sich, heute rasanter denn je. Ebenso wie die Anforderungen an diejenigen, die sie ausüben. „Ursprünglich war es meine Aufgabe, die Kollegen zu ergonomischem und gesundheitsgerechtem Verhalten zu beraten“, blickt Noormann zurück und freut sich in einem Unternehmen zu arbeiten, das ihr die Möglichkeit gibt, bereits bei der Produkt- und später bei der Anlagenplanung ihre Vorstellungen von Ergonomie einbringen zu können. Über solche präventiven Maßnahmen hinaus kann sie ihre Auffassung von Ergotherapie umsetzen, neben gesundheitsgerechten Arbeitsplätzen verstärkt Partizipation ermöglichen. Also von Anfang an die Kollegen mit ins Boot holen, die dann später mit eben dem Produkt und an den Montagelinien arbeiten, die gerade in Planung sind. „Die Arbeiter haben oft jahrelange Erfahrung, wissen aus der täglichen Praxis, was gut funktioniert, welche Bewegungen und Körperhaltungen Probleme machen oder welche Hilfsmittel tatsächlich hilfreich sind“, äußert sich die Ergotherapeutin wertschätzend über ihre Kollegen. Sie weiß: Die Akzeptanz und die Identifikation mit dem Unternehmen ist ungleich höher, wenn die Mitarbeiter sich gehört fühlen und ihre Bedürfnisse ernstgenommen werden. Durch Einbeziehen von Anfang an kann es gelingen, dass eben auch ein Roboter von den Montagewerkern als Hilfsmittel und nicht als ‚Konkurrenz‘ akzeptiert, ja erwünscht und befürwortet wird.

Schnittstellenfunktion: verbindet Planung und Arbeitende in der Fabrik Fabriken zu planen ist komplex. Neben technischem Know-how und Ingenieuren sind weitere Fähigkeiten und Positionen nötig. Alles muss am Ende für die Menschen vor Ort passen: Die Arbeitsplätze an den Montagelinien müssen funktional sein, dürfen aber nicht die Gesundheit beeinträchtigen – das ist maßgeblich für den reibungslosen Produktionsprozess, dafür, dass ‚es läuft‘! Einer der Gründe, warum die Ergotherapeutin Noormann, die ihre Tätigkeit als eine Schnittstellenfunktion bezeichnet, einen großen Teil ihrer Arbeitszeit vor Ort verbringt. Sie hört zunächst gut zu und probiert dann gerne selbst aus, welche Arbeiten und Bewegungen ihre Kollegen pro Schicht viele hundert Male machen müssen. Und beobachtet viel – ein klassisches ergotherapeutisches Beurteilungsinstrument, das oft sogar aussagefähiger ist als Befragungen. Sie ist angesehen bei ihren Kollegen, die auf ihre Loyalität und ihren Sachverstand vertrauen, denn ihre Ausbildung ist breit gefächert: Wissen aus unterschiedlichen Bereichen wie Medizin und Sozialwissenschaften, ergänzt durch Elemente aus Pädagogik, Psychologie und (Arbeits-)Soziologie befähigt Ergotherapeuten generell, sowohl gesundheitliche Notwendigkeiten als auch soziale und menschliche Aspekte in ihre Arbeit einfließen zu lassen. Dazu gehört auch, den Kollegen Ängste zu nehmen. Das gelingt der Ergotherapeutin Noormann unter anderem dadurch, dass sie ihre Ideen aufgreift, um die Arbeit und Abläufe besser zu gestalten. Und indem sie dem entgegenwirkt, dass Prozesse nur deshalb verändert werden, weil das gerade effizienzsteigernd ist. „Auch macht die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, etwas am eigenen Arbeitsplatz umstrukturieren oder verbessern zu können, für viele ‚gute Arbeit‘ aus“, fasst die Ergotherapeutin zusammen, wie aus Transformationsprozessen etwas Positives entstehen kann.

Ausgleich schaffen: Balance aus Arbeit und anderen Aktivitäten Ergotherapeuten fokussieren ihre Aufmerksamkeit auf den Alltag und die Betätigungen, also das Tun und Handeln und in Summe darauf, dass eine Balance der Aktivitäten, die das Leben prägen, gewahrt bleibt oder wiederhergestellt wird. Im Fall der in der Industrie tätigen Ulrike Noormann heißt das, dass sie auch über die Arbeit in der Fabrik hinaus berät; mit denen, die dafür offen sind, schaut, wie sie eintönige, sich ständig wiederholende Tätigkeiten oder andere Belastungen aus dem Arbeitsalltag ‚wegstecken‘, kanalisieren und loswerden können. So entwickelt sie mit ihnen gemeinsam Ideen, welche ausgleichenden Betätigungen sie in der Freizeit ausprobieren können, um für Körper und Psyche Entlastung und Erholung zu erreichen. Oder sie bespricht mit ihnen, wie sie mit dem durch die Schichtarbeit gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus besser zurechtkommen, sich beispielsweise in der Nachschicht bekömmlich ernähren, um am Tag leichter in den Schlaf zu kommen und so weiter. Und – auch das ist typisch für Ergotherapeuten: Sie hakt nach, verfolgt den Prozess, macht immer wieder Erfolgskontrollen um zu prüfen, ob das Besprochene greift, Verbesserungen da sind oder sie andere Ansätze finden muss.

Kontaktmöglichkeiten zu Ergotherapeuten, die sich auf Betriebliche Gesundheitsförderung spezialisiert haben, bestehen über den Fachausschuss Prävention und Gesundheitsförderung des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.). Informationsmaterial zu vielen anderen gesundheitlichen Themen erhalten Interessierte bei den Ergotherapeuten vor Ort. Ergotherapeuten in Wohnortnähe


Mit dem Körper lernen
Mit dem Körper lernen


Geist folgt Körper: Wer auch mal ungewohnte Haltungen einnimmt, kommt auf neue Gedanken.

Antje Klinge bildet als Professorin für Sportpädagogik und Sportdidaktik zukünftige Lehrerinnen und Lehrer aus. Ihr ist es wichtig, diese dafür zu sensibilisieren, dass Sport mehr ist als körperliche Hochleistung, fitte Körper und vor allem Wettkämpfe. Die Studierenden lernen in Klinges Kursen daher mithilfe ihrer Körper etwas Neues über sich und die Umwelt. Über die Arbeit von Antje Klinge berichtet Rubin, das Wissenschaftsmagazin der RUB.

Statt von Sport spricht Prof. Dr. Antje Klinge lieber von Bewegung und spielerischem Bewegungshandeln. Ihre Kursteilnehmer fordert sie gerne auf, neue Perspektiven einzunehmen – wortwörtlich, denn das kann dazu führen, dass sich Männer und Frauen um Betonblöcke winden, ihre Köpfe in Regalfächer stecken oder sich in die Schließfächer der Bibliothek hineinsetzen. Der Effekt: Sie lernen über ihre Körper etwas Neues über sich und die Umwelt.

Sorge, sich lächerlich zu machen

Leistungssportlerin war Antje Klinge nie, der kreative Tanz ist ihre Profession. Nicht bestimmte Tanzstile stehen hierbei im Vordergrund, sondern Improvisation und das Entdecken der eigenen Bewegungs- und Spielräume. Vor allem die Studierenden, die lange Jahre Wettkampfsport betrieben haben, äußern oft Vorbehalte gegen solche Übungen. Aus Angst, sich ungeschickt anzustellen, sich schlimmstenfalls lächerlich zu machen. „Die meisten merken aber schnell, dass diese Sorgen unbegründet sind. Einige blühen regelrecht auf“, erklärt die Wissenschaftlerin.

Beim Spiel entwickelt sich die Identität

Ihre Beobachtungen in den Kursen wie auch im Schulsport zeigten ihr, dass das Tanzen etwas mit den Menschen macht: „Da passiert etwas mit ihrer Identität. Sie stellen sich anders dar als im herkömmlichen Sport, individueller“, so Klinge. Über diesen Zusammenhang zwischen spielerischer Bewegung und Identitätsentwicklung wollte Antje Klinge mehr herausfinden. Sie studierte die Fachliteratur und wurde sich dadurch bewusst, welche Rolle der Körper als Instrument der Bildung hat. „Wenn wir über ihn neue Erfahrungen machen, stutzen wir vielleicht zunächst und akzeptieren dann, dass wir umlernen und neue Perspektiven einnehmen müssen“, sagt Antje Klinge. Ihren Studierenden versucht sie das ganz plastisch klarzumachen.

Warum immer nur im Kreis laufen?

Das fängt schon damit an, sich in der Sporthalle anders zu bewegen, als man es üblicherweise tut. „Wenn ich die Studierenden zu Beginn einer Stunde auffordere, sich warm zu machen, laufen nahezu alle automatisch links herum im Kreis. Dann mache ich ihnen klar, dass das nicht sein muss. Man kann genauso gut rechtsherum oder rückwärtslaufen, im Zickzack hüpfen oder die Halle ohne jegliches Muster durchqueren“, so Klinge, die sich sicher ist, dass schon mit dieser simplen Übung Bildungsprozesse angestoßen werden.

Ungewohntes bringt Denkprozesse in Gang

Eine Vielperspektivität in die Köpfe und Körper ihrer Studierenden zu bringen, ist Antje Klinge vor allem im Hinblick auf das Berufsfeld Schule sehr wichtig, denn die Sportlehrerinnen und -lehrer in spe sollen keineswegs als Trainer fungieren, sondern als Lehrende und Vermittler von Bewegung, Spiel und Sport. „Sportlehrkräfte haben einen Doppelauftrag“, erklärt die Professorin. „Sie sollen einerseits Kindern die Möglichkeit eröffnen, sich die außerschulische Bewegungskultur selbstständig zu erschließen, sprich beim Sport mitspielen zu können, und andererseits sollen die Kinder die Möglichkeit bekommen, sich selbst zu entfalten und ihre Bewegungsmöglichkeiten kennenzulernen.“

Mit ihren Kursen und Seminaren will Antje Klinge dieses Bewusstsein schärfen und setzt auf die Potenziale des Lernens mit dem Körper.

16.04.2019 DGA | Quelle: Ruhr-Universität Bochum (idw)